zuletzt aktualisiert 11:03:26, 23.05.2017

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Regatta Otterndorf - vom 23.05.2017

Der RaW unterwegs auf dem Bodensee

Der RaW unterwegs auf dem Bodensee: Ein Reisetagebuch – Erster Teil

Für diesen Sommer hatten Tho-mas Kraus und Ulf Baier eine ganz besondere Wanderfahrt organisiert. Diesmal ging es in den äußersten Süden Deutschlands, zum Bodensee. Dieses Ruderrevier ist so groß und vielfältig, dass ein verlängertes Wochenende zum Kennenlernen nicht ausreicht. Sechs Ruder-tage waren vorgesehen. Eigentlich wollten wir uns in Friedrichshafen Boote für diese Tour aus-leihen, um die lange Fahrt mit dem Anhänger zu vermeiden. Da uns dann aber weniger Boote als geplant zur Verfügung gestellt werden konnten, haben sich Thomas und Ulf dazu entschieden, doch mit unseren eigenen Booten nach Friedrichshafen zu fahren. Auch sonst war die Organisation der Fahrt nicht einfach. Es galt, geeignete Unterkünfte zu besorgen, Plätze zum Lagern der Boote zu finden und die Routen so zu planen, dass ggf. schlechtes Wetter nicht alle Pläne vernichtet. Außerdem ist auf dem Bodensee das Mitführen von Rettungswesten Pflicht. Die Westen konnten wir bei unserer Frauengruppe von Gisela Offermanns für diese Fahrt ausleihen. Vielen Dank Gisela für deine Unterstützung und für deine wertvollen Tipps für diese Reise! Um den Landdienst attraktiver zu machen, wurden von Renate Bartsch zwei Fahrräder gemietet, mit denen der Bodensee auch auf dem Landweg erkundet werden konnte, schließlich gibt es rund um den Bodensee sehr gute Rad-wege.

Sonnabend, 29. August 2015: Anreise nach Friedrichshafen (32°C)

Für alle, die in unserem Bus mit dem Bootsanhänger mitgefahren waren, begann der Tag schon sehr früh. Um 6:30 war die Abfahrt des Busses vor dem RaW, schließlich waren 720km bis nach Friedrichshafen zu bewältigen! Einige Teilnehmer waren bereits am Ort, um gemeinsam den Proviant für die nächsten Rudertage einzukaufen sowie die Zimmer in der Jugendherberge zu beziehen. Vor dem Eintreffen unseres Bootstransportes hatten wir aber noch ein wenig Zeit, die Stadt zu erkunden. Friedrichs-hafen ist vor allem bekannt durch den Zeppelinbau, und auch heute noch kann man Rund-fahrten über dem Bodensee mit einem Luftschiff machen. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt total zerstört, historische Bauten sucht man in Friedrichs-hafen also vergebens. Sehenswert sind aber das Schloss, das Zeppelinmuseum, der Aussichtsturm im Hafen sowie die Uferpromenade. Am gegen-über-liegenden Schweizer Ufer sind die Appenzeller Alpen mit dem 2501m hohen Säntis zu sehen. Friedrichshafen ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für Rudertouren, da es mit Flugzeug, Bahn und Auto sehr gut zu erreichen ist. Der Ruderverein ist auch sehr zentral gelegen und nicht weit weg von der Jugendherberge.

Um 17:00 ist schließlich unser Bootstransport in Friedrichshafen bei strahlendem Sonnenschein eingetroffen, schnell waren die Boote Bodenwerder, Irma und Lisalene abgeladen und aufgeriggert.

In der Jugendherberge wurden dann die Zimmer für die nächsten zwei Nächte eingeteilt und geklärt, wer oben und wer unten schlafen darf. Das ist auch bei Erwachsenen nicht immer ganz einfach und fast so kompliziert wie das Einteilen der Boote an einem Rudertag. Schließlich hat jeder seinen Schlafplatz bekommen. Im Hotel Schwanen verbrachten wir dann den ersten gemeinsamen Abend bei guter Würtembergischer Küche.

Sonntag, 30. August 2015: Friedrichshafen – Überlingen (30km)  (31°C)

Um 9:00 trafen wir uns auf dem Bootsplatz des Rudervereins Friedrichshafen. Ein klarer Himmel sowie spiegelglattes Wasser versprachen einen schönen Rudertag! Am frühen Morgen hatten wir den See fast für uns alleine, das sollte aber nicht so bleiben!

Am Nordufer des Bodensees ging es vorbei an Immenstaad und Hagnau nach Meersburg. Hier sorgten zahlreiche Fahrgastschiffe, Fähren und Motorboote für Bewegung im Wasser, was jedoch kein Problem für unsere Mannschaften darstellte. Meersburg ist eine sehenswerte Kleinstadt mit Weinbergen, der Meersburg und einem barocken Schloss.

Meersburg ist sehr beliebt bei Urlaubern und Tagesausflüglern, entsprechend viele Fahrgast-schiffe sind hier unterwegs. Außerdem fährt von hier eine Autofähre nach Konstanz. Nach dem Passieren des Fähranlegers beginnt der Überlinger See. Die nächste Station war das Pfahl-bau-museum Unteruhldingen. Dort wurden Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit nachgebildet. Anlegen kann man da leider nicht, aber mit dem Ruderboot kommt man dicht genug an die interessanten Bauten heran.

Auch einen Vorfahren unserer Ruderboote kann man in diesem Freilichtmuseum besichtigen, ei-nen sogenannten Einbaum. Weiter fahren wir aber lieber mit unseren modernen Ruderbooten, in der Ferne ist bereits die nächste Sehens-würdigkeit zu sehen. Die barocke Wallfahrtskirche Birnau ist ein be--liebtes Ausflugsziel am Nordufer des Überlinger Sees. Von der Terrasse vor der Kirche hat man eine gute Aussicht auf den Bodensee.

Nach dem Blick auf die Kirche war der Weg nicht mehr weit zu unserem ersten Etappenziel, dem Überlinger Ruderclub Bodan. Dort sollten unsere Boote über Nacht bis zur Weiterfahrt nach Konstanz am nächsten Tag bleiben. Im Ru-derclub wurden wir sehr freundlich empfangen, wir bekamen die Lie-geplätze für unsere Boote zugewie-sen und machten einen kleinen Rundgang durch die gut gefüllten Bootshallen des Überlinger Ru-derclubs. Den Ruderclub haben wir nicht verlassen, ohne vorher  vom Steg  aus ein erfrischendes Bad im Bodensee genommen zu haben. Bei dem sauberen Wasser und einer Wassertemperatur von 24°C war das ein reines Vergnügen! Da nicht die komplette Mannschaft im Bus nach Friedrichshafen zurückfahren konnte, machte sich ein Großteil der Gruppe auf den Weg zum Bahnhof. Wir hatten aber noch genug Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Fußgängerzone, konnten die beste Eisdiele von Überlingen testen und das Münster von Überlingen besich-tigen.

Montag, 31. August 2015: Überlingen, Sipplingen, Wallhausen, Insel Mainau, Konstanz (30km) (32°C)

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Zug wieder nach Überlingen, nicht aber ohne vorher unsere Taschen zu packen, der erste Quartierwechsel stand an. Die nächsten drei Nächte sollten wir in Konstanz verbringen. Geplant war eine Umfahrt um den Überlinger See bis Ludwigshafen, ein Landdienstwechsel war in Wallhausen vorgesehen. Wir ruderten zunächst vorbei am Stadtzentrum von Überlingen bis nach Sipplingen. Auf-grund der großen Hitze haben wir uns dazu entschlossen, die Fahrt ein wenig abzukürzen und bereits hier zum Südufer des Überlinger Sees zu rudern.

Zum Steuermannswechsel haben wir den sogenannten Teufelstisch angesteuert. An dieser Stelle ist der Bodensee sehr flach, jedoch immer noch tief genug für unsere Boote. Problemlos kann man hier aus-steigen und ohne Kletterkünste den Steuermann wechseln.

In Wallhausen haben Renate und Otto bereits einen Anlegeplatz für unsere Mittagspause ausfindig gemacht. Neben dem Strandbad war an einem schmalen Streifen Kiesstrand das Anlegen erlaubt. Kiesstrände erfordern besondere Vorsicht beim Anlegen. Hier fährt man langsam vor, bis das Wasser so flach ist, dass alle aus dem Boot aussteigen können, das Boot aber noch vollständig im Wasser schwimmt. Anschließend muss das Boot aus dem Wasser heraus-ge-tragen werden. Für die Boote Irma und Bodenwerder haben wir auf der Wiese noch einen guten Lagerplatz gefunden, nicht jedoch für die „Lisalene„. Der Bademeister des Strandbades hatte da eine sehr gute Idee: er besorgte einen Eimer und eine Leine. Der Eimer wurde mit Steinen gefüllt und wurde somit zu einem Anker, an dem unser Boot sicher festgemacht werden konnte. Somit konnte auch die Mannschaft der Lisalene zur Pause an Land gehen. Vielen Dank an den Bademeister für diese super Idee!

Nach der ausgiebigen Mittags-pause und dem Landdienstwechsel ging die Fahrt vorbei an der Insel Mainau nach Konstanz. Der Ruder-verein befindet sich hinter der ersten Brücke am sogenannten See-Rhein, der Verbindung zwischen dem Obersee und dem Untersee des Bodensees, gegenüber dem Rheintorturm in Konstanz. Dort beginnt übrigens die Kilometerzählung des Rheins, der Ruderverein befindet sich direkt am Kilometer 0! Im Ruderverein Neptun Konstanz wurden wir wieder nett empfangen, für zwei unserer Boote wurden uns sogar Bootslager zur Verfügung gestellt.

Vom Ruderverein war der Weg nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, in dem wir die nächsten drei Nächte verbrachten. ENDE Teil 1

Text & Fotos: Matthias Kereit

Fotos:

     

  

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Ab einer Windgeschwindigkeit von >29 km/h (Windstärke 5) sollte nicht mehr gerudert werden. Siehe Windstärke-Tabelle