„Was gut ist, kann sich wiederholen –
wir war’n zum vierten Mal in Polen ...“

Die Altherren-Donnerstag-Runde startete am 5. Juni zu ihrer vierten Polenreise – nach Danzig.

Geplant war das alles schon seit vielen Monaten, noch unter begeisterter Mitwirkung unseres Kameraden Prof. Dr. Karl-Heinz „Micky“ Beyer, der uns ja bereits dreimal für dieses Land sensibilisiert hatte. Durch seinen plötzlichen Tod lag nun die Organisation allein bei Volker Winde. Der – ebenfalls ein Fan unseres Nachbarlandes – hat nun in ganz fabelhafter Weise einen Reiseplan zusammengestellt, dessen Verwirklichung uns alle hochbefriedigt hat!

Unsere Gruppe – Ehepaare, Freunde und Gäste (insgesamt 24 Personen) – startete bei herrlichem Sommerwetter vom RaW. Der große Bus, der pünktlich um 8:00 Uhr erschien, wurde gefahren von einer jungen Dame namens Maria: Einem zarten Persönchen, dem man eigentlich so einen Job gar nicht zutraute. Aber schon nach kurzer Zeit war erkennbar: hier fährt ein Profi! Einhelliges Urteil nach den Tagen: Man habe sich noch nie so sicher in einem Bus gefühlt – und während der Fahrt noch nie so ruhig und entspannt geschlafen...

Mit vielen Informationen von Kamerad Volker Winde zur Geschichte der ehemaligen deutschen Provinzen Pommern und Westpreußen sowie dem wechselvollen Schicksal der Stadt Danzig versorgt, verging die Zeit im Nu und gegen 17:00 Uhr erreichten wie unser Domizil im Gästehaus des Brigitten-Ordens in Oliva, einer wunderbar inmitten eines Waldes gelegenen stillen Klosteranlage.

Am nächsten Tag erwartete uns im ca. 10 km entfernten Danzig (Gdansk) ein deutsch-polnischer Stadtführer mit Namen Adamczuk-Deutschendorf. Sehr fachkundig und mit vielen persönlichen Erfahrungen ergänzt, führte er uns durch die hervorragend restaurierte Altstadt. Wir besuchten das Rathaus, die Marienkirche, bummelten über die Frauengasse und über den Langen Markt, am Artushof und am Krantor vorbei und bestiegen schließlich ein „Piratenschiff“, das uns durch die Danziger Hafenanlage zur Westerplatte brachte. Auf dieser Landzunge befanden sich im Jahre 1939 polnische Militäranlagen, deren Beschuss durch den Kreuzer „Schleswig-Holstein“ u. a. den Beginn des 2. Weltkrieges markierte. Für die Polen ist dieser Ort der historisch wichtigste der neueren Geschichte.

Erschöpft von so vielen Eindrücken eines langen Tages traf man sich dann doch noch zu einem abendlichen Singen in den Kellergewölben unseres Klosterdomizils, wo der weibliche Teil unserer Reisegruppe sich besonders engagierte.

Der dritte Reisetag führte uns zur Marienburg (Malbork). Doch vorher hatten wir noch Gelegenheit, ein großartiges Orgelkonzert in der berühmten Kathedrale von Oliva zu erleben.

Nach längerer Fahrt durch die hochsommerliche Landschaft, während der wir wieder von Volker über die Geschichte des Deutschen Ordens informiert wurden, erreichten wir unser Ziel am Ufer der Nogat. Wie viele Gebäude in Danzig, so war auch dieses grandiose Bauwerk während des letzten Krieges zerstört worden und, genau wie die Stadt Danzig, nahezu original wieder aufgebaut worden. Eine Führung durch die Säle und Hallen, über Treppen und Gänge machte uns mit dem Inneren der Burg, ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung bekannt. Und bemerkenswert war für uns, wie die deutsche Vergangenheit und die des Ordens sachlich und tendenziell unbelastet in Worten und Texten dargestellt wurden.
Über Elbius (Elblog) ging es zurück nach Oliva.

Schweren Herzens nahmen wir am Sonntagmorgen Abschied von den gastlichen Brigitten-Schwestern und ihrem schönen Anwesen. Maria steuerte den Bus noch einmal durch weite Landstriche des ehemaligen Westpreußen in Richtung Bromberg (Bydgoszcz). Unser Kamerad und RaW-Schatzmeister Dirk Bublitz hatte hier mit Informationen und einer Stadtführung „seinen Tag“. Sein Großvater war einst ein bekannter Baumeister, der mehrere Gebäude in Bromberg geschaffen hatte und dessen Oeuvre in der Dissertation einer polnischen Kunsthistorikerin dargestellt war. Wir wandelten auf seinen Spuren durch die lebendige Stadt Bromberg.

Bei noch immer hochsommerlichen Temperaturen verließen wir nach dem Mittagessen gegen 14:00 Uhr die Stadt. Maria gab Gas – denn am Abend wollten (fast) alle in Berlin das EM-Eröffnungsspiel unserer Nationalmannschaft gegen Polen im Fernsehen miterleben.

Unser abschließender Dank gilt noch einmal Volker Winde und allen Verantwortlichen für diese wunderbare Tour ! Wird es ein nächste geben ?

Heinz Strasiewsky