Masurenfahrt vom 30. Mai. bis 7. Juni
Die Vorbereitung der Fahrt lag in den Händen von Horst Gädke (Boote, Bus, Quartiere, Touren) und Katharina Detjen (Bahnfahrt, Fahrradanmietung). Beim letzten Treffen im Bootshaus war dann eigentlich alles für die 21 Teilnehmer geregelt.
Am Freitag trafen sich die sieben Busfahrer früh am Bootshaus und kamen nach problemloser Fahrt durch Polen kurz nach 18.00 Uhr in Talty an der Pension „Seeblick“ an, wo ich sie schon erwartete. Nach der Zimmerverteilung gab es Essen, von Anita, der Wirtin, vorbereitet unter Berücksichtigung besonderer Wünsche der Vegetarier. Zum romantischen Sonnenuntergang saßen wir dann auf der Terrasse und genossen den Abend. Horst und sein Schwager Peter Laehr hatten keine ungestörte Nacht, da ihr Bett in der Mitte zusammenbrach.
Munter waren sie dennoch, als wir am Morgen mit dem Bus nach Gizycko fuhren, um die Boote zu inspizieren und aufzuriggern. Vorher wurde noch im Supermarkt für die ganze Truppe Tagesverpflegung und Getränke eingekauft. Der DRV lagert in einer Halle auf dem großen Sportgelände am Kissain-See vier Vierer und einen Zweier. Der dortige Bootswart entschärfte die Alarmanlage und schloss uns auf, so dass wir die Boote herausnehmen konnten. Ein Vierer war aufgeriggert, einer war nicht in Ordnung, die beiden anderen legten wir in Böcke, um sie einsatzbereit zu machen. Da hatten wir zu tun, besonders Peter war überall mit Werkzeug, Öl und Reparaturideen zur Stelle, nicht nur an diesem Tag. Aber die Sonne schien, es war warm und schließlich war alles für die morgige Überführung nach Talty vorbereitet. Dann wurden auch noch die bestellten Leihräder geliefert, mit denen wir (Karola Kleinschmidt, Renate Bartsch, „Otto“ Zenk, Peter und ich ) uns auf die Rückfahrt nach Talty machten. Dabei sahen wir schon recht viel von der schönen Landschaft mit Wiesen, Wäldern und Seen. Auch eine Pause war drin, ehe wir gegen fünf wieder am „Seeblick“ waren. Am Bahnhof von Mikolajki wurde dann der Rest der Truppe abgeholt. Nach dem Essen sollte Martin Bachmann seine Geburtstagstorte aufschneiden, wir wollten ihm ein Ständchen bringen, aber er war weg, spazieren! So verschoben wir das Ganze auf später, nach dem Sonnenuntergang.
Am Sonntag mussten 15 Ruderer in zwei Etappen mit dem Bus nach Gizycko gebracht werden, um die Boote nach Talty zu rudern. Fünf Radfahrer fanden sich auch, die unter Katharinas Leitung eine Radtour planten. Vorher wurde aber noch im See gebadet, bei dem Wetter sehr erfrischend. Horst hatte für jedes Boot Karten laminiert, Axel und Ulrike Steinacker hatten die Mannschaftseinteilung übernommen, und so ging es los:, durch den ersten Kanal, über den großen Löwentinsee, durch kleinere Seen und etliche Kanäle mit einer Mittagspause bis zum Talter Gewässer, an dem die Pension lag. Hier mussten wir die Boote über eine Wiese, über die Straße in den Vorgarten „schleppen“, eine Wanderfahrt eben. Zum Ausruhen gab es Kaffee und Torte von gestern, Regina Lüning entschlummerte auf der Wiese, andere erfrischten sich im See. Die Radfahrer waren noch unterwegs und schafften es auch nicht mehr bis zum Essen. Ihnen war eine eingeplante Fähre vor der Nase weggefahren, so dass sie die ganze Strecke zurückfahren mussten, gegen halb neun trudelten sie ein.
Am Montag ging die Fahrt durch Mikolajki am Hafen mit der Promenade vorbei, wo der erste Vierer zum Eisessen anlegte, zum Spirdingsee, dem größten See der Masuren, den wir aber nicht überquerten, sondern uns in einer seitlichen Bucht einen Anlegeplatz für die Mittagspause suchten. Leider hatte die dortige „Bar“ geschlossen, und wir mussten uns mit unseren Vorräten begnügen, es wurde gebadet, geruht und erzählt, ehe wir zurückruderten.
Gegen Abend war noch Zeit für einen Rundgang durch Mikolajki mit dem Genuss einer Waffel mit Sahne und süßem Belag. Frank und Sabine Kullak fuhren zum Bahnhof (nach Mikolajki Masursky), um Karin Pieper abzuholen, die erst heute kommen konnte, aber sie warteten vergebens, weil Karin nämlich in Mikolajki Pomorski (Pommern) stand. (Entfernung ca. 200km) Gelacht haben alle sehr, als wir die Telefonate mithörten. („Der Bahnhof vor dem wir stehen ist Gelb“, „Mhm, der hier ist Rot“, „Steht da noch was hinter dem Mikolajki ?“, „Ja, Pomorski“... )
Dienstag war Umzugstag, die einen ruderten die Vierer zurück nach Gizycko. Das Gepäck und Fahrräder wurden in die Autos geladen und nach Gizycko zum Quartier auf dem Sportgelände gebracht. Mittags konnten wir auch Karin am Bahnhof in Empfang nehmen. Mit den Rädern erkundeten wir dann die Stadt, saßen in einem Restaurant am See und ließen es uns gut gehen, bis die Boote eintrafen. Hier waren alle auf zwei Häuser verteilt, die mitten auf dem Gelände lagen. Am Mittwoch ruderten wir nach Norden über den Kissainsee und wollten in Steinort die Radfahrer treffen. Aber es war zu windig, und wir kamen nicht über den See. So kehrten wir um, machten auf einer Kuhwiese Mittagspause, ruderten dann noch durch den Stadtkanal, legten an seinem Ende an und genossen Getränke, Eis und Waffeln. Die Radfahrer kamen wieder einmal recht spät, hatten sich aber in Steinort das ehemalige Gut Lehndorff angesehen.
Am Donnerstag und Freitag erkundeten wir die umliegende Wasserlandschaft weiter, mussten aber einmal mit ansehen, wie der Vierer mit Horst auf der Suche nach einem Durchkommen im Schilf verschwand. Die Suche war ergebnislos und wurde mit einer ausgiebigen Badepause abgeschlossen. Am Freitag riggerten wir die Boote ab und putzten sie für die Nächsten. Der Bus fuhr am frühen Morgen des Sonnabends zurück, die anderen hatten noch bis zum Nachmittag Zeit, die für verschiedene Aktivitäten genutzt wurde. Einige genossen die Ruhe, badeten, andere fuhren mit den Rädern in die Stadt und Dietmar Goerz, Regina und ich liehen uns ein Segelboot für vier Stunden Segelvergnügen. Um fünf kam der Bus nach Allenstein. Wir fühlten uns wie ein Martini, 2 Stunden geschüttelt. Wir vermuten, dem Bus fehlten wichtige Bestandteile der Achsen, hinzukamen die polnischen Straßenverhältnisse. Zeugen berichten, es habe Kekse gegeben, die auf der Fahrt zu Staub zerfielen. Von Allenstein ging es per Bahn mit dem Nachtzug nach Berlin zurück.
Außer den schon genannten waren noch Anna Moschick, Simone Müller, Britta Roßenbeck, Andrea Schmidt, Christina Große-Schönepauck und Karin Köhl, unsere vogelkundige Biologin, dabei. Wir alle hatten eine wunderschöne Woche mit viel Wasser, einer herrlichen Landschaft, holprigen Straßen, sandigen Wegen, viel Sonne und den ganz besonderen masurischen Wolken.
Helga Storm
