Sommerwanderfahrt 2000 - Donau
Die Donau, mal blau, mal trübe, mal umgeben von malerischen Bergen und Tälern, mal umringt von Maisfeldern, Wiesen und Wäldern. Begonnen hat das Ganze in Neustadt, einer kleinen Ortschaft 60 km stromaufwärts von Regensburg. Die Zugfahrt war beschwerlich, 3x umsteigen - die Bahn kommt; so ähnlich hat es vor nicht all zu langer Zeit mal in einem Werbeprospekt geheißen - mit Grauen denke ich an den Tag der Ticketreservierung zurück... . Noch am Abend der Ankunft riggern wir die Boote auf. Das Gras ist kniehoch, so hoch, dass wir später den Bräter beim Beladen übersehen und vergessen werden. Es ist 18:00 Uhr, Mücken, Fliegen, Bremsen sind eine Plage.
Von Neustadt ging es nach Regensburg, Straubing, Deggendorf und Passau. Ich gebe zu, an unserem ersten Pausentag nicht viel von Regensburg gesehen zu haben, der Weg zum Supermarkt und zurück zu meiner Isomatte reichte mir fürs Erste. In Passau warteten dann andere Aufgaben auf uns, da die Bodenwerder unterwegs auf ein Stein auflief und sank. Ein besonderen Dank hier gleich an die Wasserschutzpolizei, die mit ihrem Boot die abgesoffenen, gerade an Land Geschwommenen sah, ihnen zuwinkte und dann mit Vollgas weiterfuhr, die Polizei - dein Freund und Helfer. Die Schiffbrüchigen kamen mit dem Taxi völlig durchnäßt und frierend am Campingplatz an.
So blieben wir einen Tag länger in Passau, Jockel holte den Bus mit Bootshänger aus Krems. Eine geplante Bergung verschob sich staubedingt von 16.00 Uhr auf 19:30 Uhr. Mit einsetzender Dunkelheit erreichten wir 6 (Jockel Praetorius, Gabriel Hege, Daniel Mende, Nico Sprekels, Waxel Zeisig und ich) die berüchtigte Stelle. Ein recht interessanter Weg stand uns bevor: Neben der Strasse lag ein alter, toter Donauarm. Von dort aus konnte wir auf einem flachen Steindeich ca. 40 m zum eigentlichen Donauufer waten. Dann 10 m flußaufwärts an den scharfkantigen Uferbefestigungssteinen kraxeln, 5 m schwimmen, 100 m weiter kraxeln, dann endlich sahen wir das Boot. Eigentlich wollten wir um diese Zeit nur das restliche Gepäck bergen, Axels Tasche mit den Bahnfahrkarten, Hendriks Schlafsack und noch einiges anderes. Da die Frachterwellen das Boot aber jedes Mal wieder auf der Uferbefestigung langschurrten, treidelten wir es, selber halb schwimmend, in Richtung Straße. Aberiggert wurde auf der schrägen Uferböschung (ja, Pretty, es lag etwas hohl), verladen auf der Nachts schwach befahrenen Landstraße. Um 23:30 Uhr erreichten wir müde und zufrieden den Campingplatz. Der außerplanmäßige zweite Pausentag in Passau verkürzte die Tour um eine Ruderetappe.
Ein drei-Personen-Landdienst kam fortan hinzu. Das Boot mit der Dame mit dem Megapacksack (ja, ein würdiger Nachfolger für Annes schwere Tasche) konnte aufatmen, andere Teile des Gruppengepäcks wurden auch im Bus transportiert. So erreichten wir Inzell, Linz (Pausentag), Grein und mit Melk das Ziel der Fahrt. Von hier aus ging es noch für 3 Tage nach Wien, zum "shoppen", hundertwassern und Prater besuchen. Am 1. 9. ging es Richtung Heimat, für die Einen 10 Stunden im Zug, für die Anderen wieder mit dem Bus.
Alles in allem eine schöne Wanderfahrt, mit funktionierender Gruppendynamik, viel Quatsch und Tratsch ("Kratz mich, beiß mich, gib mir Tiernamen" - "Waxel !"; "Herr Doktor, was ist es?" "Es ist ein Muff ..."; dem Nesquik "es ist nunmal DER besch...ene Hase"), viel lustigem Singsang ("Draußen auf der schönen Au' ..." "1 Sack Zement...") und ein wenig Abenteuer, weit weg von zu Hause, im Zelt mit Schlafsack und Isomatte, umgeben von den gleichen Leuten, genervt, traurig, fröhlich, zufrieden. Urlaub eben anders.
Tom Stargardt
