Anrudern am 30. März

Mit rd. 120 RaWern, Freunden und Gästen des Klubs sowie den Eltern unserer Jung-RaWer, waren die 4 Bootstaufen und die Trainingsverpflichtung so gut besucht wie seit Jahren nicht mehr.

Obwohl in der Nacht die Uhren um eine Stunde vorgestellt worden waren, konnte der Vorsitzende Kristian Kijewski um 10:15 Uhr alle Anwesenden bei ruhigem Wannsee aber bedecktem Himmel begrüßen. Er verkündete, dass alle heute zu taufenden Boote ohne einen einzigen Euro an finanzieller Beteiligung seitens des RaW angeschafft werden konnten, also nur aus Spenden und Zuschüssen finanziert wurden. Kristian übergab das Wort an den ersten Taufpaten, Sven Ueck.

Dieser stellte sich den Anwesenden noch einmal kurz vor. Er begrüßte den Sponsor des Empacher Einers (Kaufpreis: rd. 7.650,- EUR), Werner Pfanne. Tina Manker wird dieses Boot zunächst rudern. Bekanntermaßen war Tina letztes Jahr die schnellste Einerfahrerin in Deutschland bei den Juniorinnen und gewann auf der Junioren-WM in Peking die Silbermedaille. Tina hat viele Glücksbringer, darunter sind drei Krokodile als Kuscheltiere. Sven Ueck charakterisierte Krokodile mit den Worten: „Sie gleiten durchs Wasser, haben ihre Opfer im Visier, sind bissig, robust, widerstandsfähig und sehr schnell.“ Er wünschte allen Sportlern, die dieses Boot rudern, diese Eigenschaften in Training und Wettkampf und taufte es auf den von Tina Manker erdachten Namen „Eddi Croco“.

Zweiter Taufpate war Christian Brokat. Der prominente Vorbesitzer des zu taufenden Empacher Einers, Dr. Richard Damerau, wurde in der Ausgabe 3/2008 der KN ausführlich vorgestellt. Das Boot wurde 1998 angeschafft, im selben Jahr gewannen Richard und Broki zusammen mit Julian Mendyka und Hannes Bonhoff im leichten Doppelvierer die Deutsche Jugendmeisterschaft. Seit damals lag das Boot gut verpackt und quasi „kryo-konserviert“, wie Broki es nannte, in Halle 5 und wurde äußerst selten vom Besitzer benutzt.

Richards Vater, der anwesende Dr. Knut Damerau, spendet dieses Boot jetzt dem RaW und so taufte Christian Brokat das Boot auf den Namen „Richi‘s“.

Die dritte Taufe nahm Renate Bartsch, die stellvertretende Res­sortleiterin Allgemeiner Sportbetrieb, vor. Vor längerer Zeit war von Nadja Käber ein Aufruf zu Spenden für einen zweiten „Joghurtbecher“ gestartet worden und u.a. unser auswärtiges Mitglied Hans-Gaffke hat diesen Ruf erhört. Der zu taufende Einer (Kaufpreis: rd. 2.650 EUR) ist ein Boot mit einem Ruderergewicht bis 70 kg, also ein Boot, das vor allem die leichten Frauen im RaW nutzen können. Renate hob hervor, dass es nach langen Jahren endlich wieder ein Boot für den Allgemeinen Sportbetrieb zu taufen gibt. Dem Wunsch des Spenders entsprechend taufte sie das Boot „Carina“, nach der Enkeltochter von Hans Gaffke.

Vierter und letzter Taufpate war Peter „Otto“ Zenk, der die nicht ganz einfache Aufgabe hatte, das in der jüngeren Vergangenheit durchaus umstrittene Boot mit einem Namen zu versehen. „Otto“ begann mit der Erinnerung an unseren ersten gelben Achter „Team Spirit“, der im Herbst 2000 auf Initiative und Spendengrundstock von Jan Herzog und Sven angeschafft worden war. Erst mit diesem Boot war es möglich, dass der RaW Spitzenregatten mit Achtermannschaften beschicken konnte. Man vergleiche die erfolgreichen Starts bei den Norddeutschen Meisterschaften oder auch bei diversen Regatten in Grünau. Doch es bedarf eben auch eines „Spitzenbootes“, um solche Top-Leistungen erzielen zu können. RaWer Timm Baur beschrieb einmal ein Achterrennen als „einen Ritt auf einer Kanonen-Kugel“ und „ein Gefühl des Fliegens“ (es war das Rennen, mit dem er 2004 U23-Weltmeister wurde). Und damit dieses Boot seiner Mannschaft zu ähnlichen Gefühlen verhelfen kann (Fliegen = Grenzenlosigkeit), taufte „Otto“ den neuen Achter auf den Namen „Off Limit“ und wünschte „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“.

Kristian Kijewski übergab das Wort an den Ressortleiter Leistungssport, Martin Weis, der die Trainingsverpflichtung vornahm. Er verlas den Wortlaut der Erklärung, die jeder Aktive mit seiner Unterschrift anerkannte. Dazu bat er den Altersklassen entsprechend alle anwesenden Aktiven nach vorne und stellte jede/jeden kurz vor. Die Portraits alle RaW-Trainingsleute sind auf den Seiten 8/9 zu finden.

Der stellvertretende Vorsitzende Sport, Peter Sturm, wies nun darauf hin, dass die Ausfahrt in gemischten Mannschaften in Richtung Griebnitzsee-Mitte vorgesehen sei, da dort, wie jedes Jahr, Dirk Bublitz mit einer kleiner „Stärkung“ warte.

Kristian Kijewski und alle Anwesenden eröffneten die Rudersaison abschließend mit einem dreifach kräftigen „Hipp Hipp Hurra“ und der Sturm auf die Bootsplätze konnte beginnen. Renate Bartsch und ich fügten alle noch Unentschlossenen zu Mannschaften zusammen, so dass am Ende 107 Bootsplätze belegt waren. Es waren alleine 4 Achter auf dem Wasser.

Die Mannschaft der „Werder“ hatte es dann so eilig, wirklich als erste aufs Wasser zu kommen, dass mehr oder eher weniger gekonnt über und um alle frisch getauften Rennboote das eigene Boot Richtung Steg getragen wurde. Gut das die neuen Boote keinen Schaden nahmen. Nichts ist so schlecht, als dass es nicht noch als schlechtes Beispiel dienen könnte...

Fast pünktlich gegen 12:30 Uhr trafen die ersten Boote wieder am Steg ein, was die Männer-Mannschaft der „Team Spirit“ gekonnt nutzte, sich am Fuße der Außentreppe nach getaner eigener Arbeit das ein oder andere Bier zu gönnen, während z.B. die alten Damen ihre Boote alleine tragen mussten und auch noch der Gig-Achter „Deutschland“ komplett abgeriggert und „ausgeschlachtet“ wurde, da er auf die Werft ging. Wir haben es aber trotzdem geschafft ...

Doch vor dem traditionellen Eintopf hatte die Tagesordnung noch die Verleihung der Kilometerpreise gesetzt. Martin Bachmann hatte für die „stärkere Anerkennung der Leistung der RaW-Frauen“ dieses Jahr Medaillen für die 3 besten Frauen (Vera Londong [1207,5 km], Anneli Weidemann [1252,5 km] und Susanne Schattenberg [2007,5 km]) gravieren lassen, „da der Kilometersieger ja meistens doch ein Mann ist“. Die drei besten Männer bekamen natürlich auch Medaillen (Ingo Brokat [2121 km], Martin Bachmann [3583,5 km]) und der Kilometersieger 2007, Axel Göritz [4202 km], obendrein den 2006 von der „Herbert-Berthold-Schwarz-Stiftung im Ruderklub am Wannsee“ gestifteten Wanderpokal.

Leider ging die nachfolgende Ehrung der erfolgreichen Teilnehmer der diversen LRV Fahrtenwettbewerbe im allgemeinen Löffelgeklapper unter, da durch ein Mißverständnis die Ausgabe der Suppe zu früh begonnen hatte. Etwas ärgerlich war, dass der Vorsitzende seine Worte zur Saison somit nicht mehr an die über 90 Anwesenden richten konnte.

Die Veranstaltung löste sich nach dem wie immer hervorragenden Essen, ein Dank an unsere Ökonomie, allmählich auf.

Auf eine schöne und vor allem schadenfreie Rudersaison 2008!

Axel Steinacker