Der RaW läuft zur Höchstform auf
20. Juli 2008 * Brandenburg an der Havel * U 23-Weltmeisterschaften * Final Tag
Es ist 10 Uhr und das erste Rennen startet. Es ist bedeckt - regnet aber nicht – der Wind kommt schräg als Gegenwind von der Tribünenseite. Gleich im zweitem Rennen gewinnt der Deutsche Ruderverband die erste Medaille, und es werden über den Tag noch einige hinzukommen. Insgesamt wird es am Ende mit 5x Gold, 3x Silber und 4x Bronze ein tolles Mannschaftsergebnis.
Der RaW ist in diesem Jahr mit drei Sportlern in drei verschiedenen Bootsklassen vertreten. Als erstes ist Tina Manker mit ihrer Berliner Partnerin Sophie Dunsing (SV Energie) im Frauen-Doppelzweier B dran. Nach ihrem Vorlauf- und Habfinalsieg, wo sie die amtierenden Weltmeisterrinnen aus Tschechien schon schlagen konnten, sind sie im Finale die klaren Favoriten. Schon nach 500 Metern führen sie das Feld an, auch wenn der Vorsprung (0,5 Sek.) noch sehr gering ist. Doch es wird ein Rennen wie aus dem Lehrbuch, so dass sie im Ziel über zwei Sekunden vor Tschechen und Polen sicher die Goldmedaille gewinnen (Glückwunsch noch mal!). Es ist Tinas zweite Goldmedaille (nach 2006 im Juniorinnen Doppelvierer) und die erste an diesem Tag für den RaW.
Zwei Rennen später liegt der Männer-Vierer ohne Steuermann B mit mir am Start. Es ist eine Renngemeinschaft mit Mathis Jessen (Hansa Hamburg), Nils Menke (Friedrichstädter Rudergesellschaft) und Martin Rückbrodt (Der Hamburger und Germania RC).
Ich möchte auf meiner dritten WM endlich meine erste Medaille gewinnen, und nach einem Sieg im Vorlauf und im Halbfinale sieht es auch nicht schlecht aus. Die Boote werden abgefragt, ich drehe mich noch mal um, schaue die Strecke hinunter, sehe die vollen Tribünen, und bekomme eine Gänsehaut. Es geht los! Wir haben uns vorgenommen ein Fluchtrennen zu fahren und das machen wir auch. Unser erster Spurt kommt nach 400 Metern, nach 500 Metern liegen wir schon eine Länge vor dem Feld, auch vor den so stark eingeschätzten Italienern, die das andere Halbfinale gewinnen konnten. Diese Länge Vorsprung können wir bis ins Ziel verteidigen und gewinnen Gold vor Italien und Kroatien. Weltmeister ... einfach nur geil!
Wieder zwei Rennen später ist mein alter Zweierpartner dran. Ich und die zahlreichen RaW-Mitglieder fiebern auf der Tribüne mit, das ist ja klar. Linus Lichtschlag startet im Leichtgewichts-Doppelzweier B mit dem Ex-Berliner und jetzt Neu-Hamburger Lars Wichert (Ruderklub Allemania). Es ist wie immer ein starkes Feld. Im Vorlauf wurden sie zweite, ihren Hoffnungslauf konnten sie gewinnen und im Halbfinale reicht der dritte Platz, um sich für den großen Kampf um die Medaillen zu qualifizieren. Sie fahren auf der Außenbahn mitten auf dem Brandenburger Beetzsee ein starkes Finale, sind zur Streckenhälfte auf dem fünften Rang, haben Kontakt zu den führenden Booten und werden am Ende vierter. Schade, aber trotzdem eine ganz starke Leistung! Gold geht an Italien.
Am Ende des Tages stehen für den RaW zwei Goldmedaillen und ein vierter Platz zu Buche. Ein ganz besonderer Dank von uns drei Sportlern geht an die über 50 RaWer, die uns in Brandenburg unterstützten, sowie an Sven Ueck, der uns tagtäglich im Training fordert(e) und Tina und Linus auch auf der WM trainierte. Einen großen Dank auch an Rita Hendes (Hansa Hamburg), die sich die ganze Saison um „meinen“ Vierer kümmerte.
Hendrik Bohnekamp
