zuletzt aktualisiert 6:57:25, 22.09.2017

W wie Wahnsinn

Vor einiger Zeit empfing mich Erhard Krause, der eigentlich Jäckie heißt, bei der Langstreckenregatta in Fürstenwalde auf dem Sattelplatz. Er zog dabei auf seiner ohnehin großen Brust sein W-Hemd straff und fragte mich: Was heißt das? Meine Antwort: „Wannsee?„. „Nein„, meinte er, „Wahnsinn!„ Ob das an diesem Tage stimmte, wage ich nicht zu beurteilen. Aber ich kenne jetzt einen Tag, an dem das unbedingt stimmte, am 10.10.2015, dem Tag der 86. Internationalen Langstreckenregatta „Quer durch Berlin„.

Da kurzfristig zur gleichen Zeit eine Großdemonstration gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) angesetzt worden war, gab es zunächst die Befürchtung, die Regatta könne nicht in bewährter Form durchgeführt werden. Am Ende lief alles aber besser als gedacht. Zudem war die Veranstaltung mit einem wahren „Kaiser-Wetter„ gesegnet.

Angetreten ist der RaW mit einem nie da gewesenen Aufgebot an Booten. Sechs Gig-Vierer, drei Rennachter, zwei Gig-Achter und zwei Rennvierer bedingten erstmalig den Einsatz aller drei Bootshänger gleichzeitig. Bereits das Auf- und Abladen der Bootshänger geriet dadurch zu einer logistischen Herausforderung. Erfreulich war, dass alle Abteilungen des RaW bei dieser beinahen Mammutaufgabe sehr kooperativ einander geholfen haben. Hier sei Gregor Hasper und v.a. Moritz Röhrich für die Mithilfe beim Bootstransport ganz herzlich gedankt.

Auch die Teilnehmerzahl erreichte ungekannte Ausmaße. Der RaW hatte 87 seiner Mitglieder, vom Kind bis zum Rentner, entweder als Ruderer oder als Steuermann, zwischen Charlottenburger Schleuse und Kanzleramt auf der Spree rekrutiert. Es wurden in allen Rennkategorien, in Kinder-, Junioren, Senioren- und Masters, Rennen gemeldet. Damit war der RaW der Verein, der mit Abstand mit den meisten Mitgliedern antrat. Sehr überraschend war dabei, dass eine große Zahl an Seiteneinsteigern und Mitgliedern, die sonst nicht dem hastigen Rudern zugetan sind, das Meldeergebnis füllten.

Da der RaW im vergangenen Jahr den Herausforderungspreis des LRV für den Offene Klasse-Gig-Riemenachter nach viermaligem Sieg endgültig errang, hat der Stammklub dem LRV einen neuen Preis gestiftet. Thomas Huesmann hat dazu ein altes hölzernes Rennboot-Steuer auf eine Messingplatte montiert. Den Preis hat dann der RC Tegel in dem Rennen, in dem der RaW zweitplatziert war, errungen.

Auch wenn der RaW mit sieben Siegen hinter dem RC Tegel (mit acht Siegen) nur der zweiterfolgreichste Klub war, kann sich die Bilanz dennoch sehen lassen. Steuermann Moritz Lauter lenkte seinen Jungen-Doppelvierer mit Steuermann mit Maximilian Althammer, Julian Bolze, Jesper Fisch und Lars Probst zum ersten Sieg. Dann gewannen Maximilian Auerbach, Collin Götze, Luma-Milan Tietz, Leonard Rentsch, Matthias Teichert, Vladimir Vukelic, Julian Mendyka, mit Steuerfrau Caroline Bublitz im Offene Klasse-Gig-Doppelachter. Sie holten damit zum zweiten Mal für den RaW als Siegprämie ein Ergometer an den Wannsee. Im Anschluss daran siegte Natascha Spiegel in Renngemeinschaft im Juniorinnen-B-Doppelvierer mit Steuerfrau. Im Masters-Männer-Gig-Doppelvierer Altersklasse C gewannen anschließend Mat-thias Kanski und Stephan Goetze in Renngemeinschaft gesteuert von Dan Kanski. Dem folgten Olaf Strauß mit Steuerfrau Anke Schulz und holten in Renngemeinschaft einen weiteren Sieg im Masters-Männer-Gig-Doppelvierer, diesmal in der Altersklasse E. Zuletzt gewann Jan Haeseler in Renngemeinschaft im Junioren-Achter.

Wahnsinn!

Dietmar Goerz

Hier noch ein paar Impressionen:

     

     

 

 

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