
Schloss Belvedere
29. Juni 2026
Ok, das Wetter wird nicht am Steg „gemacht", jedenfalls nicht immer an unserem, häufig erst an dem eines eingetragenen Vereins gleich an der Wannseebrücke.
Verständlich, dass sich bei kaltem, böigem Wind und ständigem Regen zur diesjährigen Schlössertour sogar nur Zwei auf dem welligen Großen Wannsee zu rudern trauten, dann jedoch auf dem Kleinen mal wieder spiegelglattes Wasser als Belohnung für den Wagemut wartete.



Ging auch das Konzept „Rudern zu und Besichtigung der Schlösser in unserer Umgebung" bislang noch nicht so richtig auf, bestand dennoch großes Interesse an der Führung durch das Schloß Belvedere auf dem insofern italienisch anmutendem Potsdamer Pfingstberg, zu sehen beim Rudern auf dem Jungfernsee oberhalb der Meierei.
Mit ansteckendem Enthusiasmus und zahlreichen Anekdoten brachte uns die Führerin kenntnisreich und auch mit einem speziellen Blick in die Zeit vor 1989 das Besondere dieses Ortes nahe. Um einen schauerfreien Moment für einen grandiosen Weitblick von der Dachterrasse zu nutzen, trieb sie uns nach ganz oben und ließ uns ihre nicht nachlassenden Begeisterung hautnah spüren. Ein Förderverein kümmert sich voller Elan um Erhalt und Pflege des mit beträchtlichen Summen aus der Reemstma-Stiftung und vom Versandhändler Otto sanierten Ensembles und organisiert zudem Konzerte und Vollmondabende.
Zum Weltkulturerbe gehörig wird Belvedere so als einziges Denkmal von einem Verein betrieben, der zu DDR-Zeiten gegründet wurde, um das verfallende Gebäude zu retten. Natürlich ausschließlich, weil das Wasserreservoir des Schlosses bis heute von der Meierei im Neuen Garten gespeist wird, kehrten wir dort im Anschluß noch ein.



Hier sinnierten wir über mögliche Ziele eines etwaigen dritten Versuchs im nächsten Sommer, zu einer Schloßführung auch tatsächlich mal mit allen Teilnehmern zu rudern. Den abendlich strahlenden Sonnenschein auf der Rückfahrt konnten im Ruderboot natürlich auch nur die zwei Hartgesottenen genießen. Dank an alle Interessierten und das ambienteentsprechende Tragen weißer Hemden und Blusen.
Erik Ryll