
So viel Masters war noch nie! World Rowing Masters Regatta in Bled / Slowenien
17. September 2026
Wir schreiben den 5. September 2026 und das erste Startsignal ertönt um 7:30 Uhr in der Früh. Das ist der Startschuss für die größte Ruderregatta der Welt, die alljährlich in der zweiten Septemberwoche durch den Weltruderverband organisiert wird. Fünf Tage Ruderregattasport, und im 3-Minuten-Takt ertönt das Startsignal: „Attention, GO!"
In diesem Jahr auf dem malerischen See in Bled, umgeben von der Traumkulisse der Julischen Alpen. Insgesamt gab es 7015 Meldungen mit 889 Klubs, 4711 Teilnehmern aus 51 Ländern von jedem Kontinent. Der RaW war mit 64 Meldungen und einer Teilnehmerschar von 24 Ruderkameraden und -kameradinnen in allen Bootsklassen am Start. Die An- und Abreise wurde individuell organisiert und einige brachten ihre persönlichen Unterstützer mit nach Bled, um vorher oder nachher noch die Tage ohne Rudern zu genießen. So ergab es sich, dass sich an einem Abend 30 RaW-ler zum Abendessen trafen und sich ausgiebig über ihre Erlebnisse austauschen konnten, mit Panoramasicht auf die Regattastrecke und die Burg.
Auf traumhaft sonniges Wetter am Mittwoch folgte von Donnerstagmorgen bis Freitagabend eine nicht enden wollende Regenpartie über dem Regattaplatz. 30 Stunden ununterbrochen Regen verwandelten den Regattaplatz in einen feucht matschigen Sumpf, Herbstregatta lässt grüßen, inklusive des Ausfalls aller Rennen am Donnerstagnachmittag. Samstag klarte es wieder auf, die Sonne war zurück und es ging trocken weiter.





Die nackten Zahlen bei 64 Meldungen ergaben folgende Ergebnisse für die RaW-Masters. Zwei Siege konnten verbucht werden, zehn zweite Plätze, sieben dritte Plätze sowie weitere Top-Platzierungen hievten den RaW auf Platz 21 in der Gesamtwertung der WRMR 2026. Wir sind zweitbester deutscher Verein und bester Berliner Verein. Was will man mehr? Ein ausgezeichnetes Zeichen für die gute Ruderarbeit auf dem Wannsee.
Was es aus Klubsicht besonders schön macht, ist, dass beide Goldrennen durch reine RaW-Klub-Boote gewonnen wurden. Der Wannsee-Vierer in der „Classic"-Besetzung Jörg „Pogo" Harke, Jörg „Spiegelchen" Spiegel, Uli Boyer und Martin Vannahme holte sich seine Medaille in der Altersklasse „E" ab und fuhr von 62 gemeldeten Booten die zweitschnellste Zeit des gesamten Starterfeldes.
Die zweite Medaille holten sich im Mixed-Doppelzweier der Altersklasse „D" Uta Huck und Jörg Spiegel, die in ihrem ersten gemeinsamen Rennen das internationale Feld deutlich hinter sich ließen. Hervorheben kann man sicherlich die knappste Entscheidung im Doppelzweier „D" mit Spiegelchen, bei der nur 0,4 sec zu Gold fehlten.
Der Zweier ohne „E" mit Uli und Martin ließ ebenfalls knapp einem Boot aus Holland den Vortritt. Einen wunderbaren dritten Platz in ihrem Lauf erruderte der Damen-Doppelvierer der AK „D" in der Besetzung Uta Huck, Sandra Henschel, Elisabeth Tackmann und Uli Weiß auf der Schlagposition. Anke Winter stellte sich der Damenkonkurrenz im Einer der AK „G" und zog im Endspurt an der Konkurrenz vorbei und gewann Bronze. Weitere Bronze-Ehrungen holten sich die Mixed-Doppelzweier Elke Vieler/ Jörg „Pogo" Harke Gebauer in der AK „F" sowie unser rudernder 1. Vorsitzender Jörn Janecke mit Annett Biernath in der AK „F".
Diese guten Gesamtergebnisse zeigen die gesamte Ruderbreite beim RaW. Vom Regatta-Quereinsteiger bis zum ehemaligen Leistungssportler sind alle Couleurs dabei. Wer eine Medaille gewinnen will, muss super fit ins Rennen gehen und das Quäntchen Glück haben, im richtigen Lauf zu sein. Bei einem Outdoor-Sport ist es müßig, über drehende Winde oder mögliche Vorteile einer Innenbahn zu streiten.
Am Ende gewinnen alle, die sich an die Startlinie stellen und zufrieden mit sich und ihren Rennen sind.
Eine Regatta auf dem „Bleder See" zu rudern, ist etwas ganz Besonderes für Ruder-Junkies. Die geschmeidige Organisation, 5 Tage, 12 Stunden, alle 3 Minuten ein Rennen von 8 Booten zu starten, ist etwas „fast" Einmaliges vor dieser Traumkulisse.







Und schon manch einer denkt: „Was mache ich eigentlich in 12 Monaten?" Richtig, die World Rowing Masters Regatta 2027 im italienischen Varese rudern. Die wird sicherlich genauso schön für die RaW-Regattaruderer.
Jörg Spiegel
Zum Abschluss noch ein paar Original Stimmen unserer Athleten:
Bled ist eine großartige Regattastrecke in einem fantastischen Ambiente. Sport, Spiel, Spannung und ein bisschen Abenteuer – alles zusammen. Teamgeist und leckeres Essen, gemeinsam gekocht, kommen auch nicht zu kurz.
— Thomas Kraus
Chola. Chala. Kala. Hala. Irgendwie so ähnlich. Das heißt Danke auf Slowenisch. Ich habe das geübt mit jedem kleinen Kind, das mich festgehalten hat vor dem Start. Sie haben es mir immer wieder erklärt, wie man sagen muss, aber ich kann es nicht oft genug sagen Hvala Danke. Danke. Diese Regatta-Organisation, das war einfach unglaublich. Wisst ihr, für so eine schusselige Frau wie mich. Ich krieg eine Bugnummer und wenn ich am Ziel ankomme, sind da sofort kleine Kinder. Ich merk's gar nicht und sie greifen mir die Bugnummer wieder weg. Ich brauche die nicht irgendwo wieder abzugeben. Service.
— Anke Winter
Bled hat das ganz besondere Flair einer Masters Regatta - mit viel Ehrgeiz und gleichzeitig vielen Begegnungen mit alten Freunden und gewinnen von neuen Ruderfreundschafen. Und toll dass wir als RaW so viele begeisterte Teilnehmer am Start hatten. gemeinsam viel zu erleben, die Rennen Revue passieren zu lassen und zu überlegen, was wäre gewesen wenn, macht eben in der Gruppe am meisten Spass. Fazit: Varese 2027 kann kommen.
— Jörn Janecke
Das waren fünf Tage Ruderemotionen pur, die weder durch Gewitter, noch Starkregen noch abgesagte Rennen getrübt werden konnten. Denn es gab immer die sagenhafte Landschaft des Bleder Sees als Kulisse für schönste Rennen und die gute Stimmung unter Ruderern aus aller Welt. Das alles fand bei perfekter Organisation statt und wurde mit einigen Medaillen für den RAW und am Ende sogar mit Sonne für alle gekrönt. „Thank you for your service" - Bled-Zitat 2026
— Uta Huck
Bled 2026 - Rudern auf dem eigentlichen Göttersee
Eine Woche Rudern pur auf dem Lake Bled in Slovenien ist und bleibt auch wiederholt ein Erlebnis. 4500 bis 5000 Mitglieder einer großen Familie mit über 3000 Booten ist eindrucksvoll und hinterlässt Spuren. Ebenso wie die Organisation von World Rowing mit alle 3 bis 4 Minuten ein Rennen und unglaublich viel drumherum. Natürlich durfte ein Bad und eine Schwimmung zur Insel nicht fehlen, um sich den Segen der Götter für die Rennen abzuholen. Mit Sonne und Regen war alles mit dabei.
Und ein Fazit bleibt: Wassersport ist ein nasser Sport. Egal ob auf dem Campingplatz oder auf dem See.
— Frederik Winter